Trust Center

Incident Response

Zuletzt aktualisiert: 2026-05-23

Grundprinzip

Wir behandeln jeden Sicherheitsvorfall - vermutet oder bestätigt - mit struktureller Disziplin: kurzer Erstreaktions-Frist, klarer Eskalationskette, dokumentierter Aufarbeitung. Diese Seite beschreibt den Prozess, der für Kunden und Aufsichtsbehörden im Vorfeld nachvollziehbar sein soll.

Vorfallsmeldung

Wie Sie einen Vorfall melden

Wenn Sie einen Sicherheitsvorfall vermuten - egal ob in Ihrem Tenant, in der clarios-Anwendung oder in der Interaktion zwischen beiden - kontaktieren Sie uns über einen der folgenden Kanäle:

  • E-Mail (bevorzugt): security@clarios.app - wird während der Geschäftszeiten innerhalb von 4 Stunden bearbeitet, außerhalb der Geschäftszeiten am nächsten Werktag.
  • Telefon (für akute Fälle): +49 9181 5183585 - Geschäftszeiten Mo–Fr 8–18 Uhr CET. Für akute Vorfälle außerhalb der Geschäftszeiten nutzen Sie die Mail-Adresse.
  • security.txt: Die maschinenlesbare Sicherheitsrichtlinie unter /.well-known/security.txt für Security-Researcher.

Was Sie mitschicken sollten

Hilfreich für eine schnelle Triage:

  • Was ist passiert? Kurze Beschreibung der Beobachtung.
  • Wann? Zeitstempel (so präzise wie möglich, idealerweise mit Zeitzone).
  • Wo? clarios-Cockpit, eigener Tenant, beides - und welche Funktion / welcher Bereich.
  • Wer? Betroffene User oder Systeme (sofern bekannt).
  • Reproduzierbar? Lässt sich der Vorfall nachstellen, oder war es ein einmaliges Ereignis?

Sie müssen nicht alle Antworten haben - fehlende Informationen klären wir gemeinsam. Wichtig ist, dass Sie sich melden.

Unsere interne Reaktionskette

Phase 1 - Initial-Triage (innerhalb 4 Stunden während Geschäftszeiten)

  • Vorfall wird im internen Incident-Tracking erfasst.
  • Schweregrad-Klassifikation: kritisch, hoch, mittel, niedrig (anhand definierter Kriterien für Daten-Exposition, betroffene Tenants, Ausnutzbarkeit).
  • Erstreaktions-Team wird eskaliert: bei kritischen Vorfällen sofort die Geschäftsführung und ein technischer Lead, bei niedrigeren Schweregraden über die normale Support-Routine.

Phase 2 - Eindämmung (innerhalb 24 Stunden bei kritischen/hohen Vorfällen)

  • Sofortmaßnahmen zur Eindämmung (z.B. Sperre auf API-Ebene, Notabschaltung einer Komponente, temporäre Deaktivierung betroffener User-Accounts).
  • Forensische Sicherung relevanter Logs und Datenbankstände.
  • Erste interne Bewertung: handelt es sich um einen DSGVO-relevanten Datenschutzvorfall? Handelt es sich um einen NIS2-meldepflichtigen Vorfall?

Phase 3 - Information der Betroffenen

Wir informieren betroffene Kunden so früh wie möglich, spätestens jedoch:

  • Bei DSGVO-relevanten Vorfällen mit hohem Risiko: binnen 72 Stunden nach Kenntnis, gemäß Art. 33 DSGVO. Die Information enthält Art des Vorfalls, betroffene Datenkategorien, voraussichtliche Folgen und ergriffene Maßnahmen.
  • Bei NIS2-relevanten Vorfällen: Frühwarnung binnen 24 Stunden, vollständige Meldung binnen 72 Stunden, Abschlussbericht binnen einem Monat - entsprechend der NIS2-Meldekaskade nach § 32 NIS2UmsuCG.
  • Bei Vorfällen ohne unmittelbares Daten-Risiko: binnen 5 Werktagen mit Sachbericht und ergriffenen Maßnahmen.

Phase 4 - Aufarbeitung und Lessons Learned

  • Post-Mortem: Spätestens 14 Tage nach Eindämmung erstellen wir ein internes Post-Mortem mit Ursachenanalyse, Wirkungsanalyse und Verbesserungs-Maßnahmen.
  • Kunden-Update: Auf Wunsch erhalten betroffene Kunden ein redaktionell aufbereitetes Post-Mortem, das die Ursache, den Verlauf, die Maßnahmen und die Vermeidungsstrategien beschreibt.
  • Trust-Center-Update: Wesentliche Erkenntnisse aus dem Vorfall - etwa neue TOMs oder geänderte Prozesse - werden im Trust Center dokumentiert.

Eskalationsadressen

AnlassKontakt
Vermuteter Sicherheitsvorfallsecurity@clarios.app
DSGVO-Anfrage / Betroffenenrechteprivacy@clarios.app
Schwachstellen-Meldung (Responsible Disclosure)security@clarios.app - siehe security.txt
Eskalation an Geschäftsführunggeschaeftsfuehrung@clarios.app
Vertrags-/Auftragsverarbeitungs-Fragenlegal@clarios.app

Responsible Disclosure

Wenn Sie eine Schwachstelle in der clarios-Anwendung entdeckt haben, freuen wir uns über eine vertrauliche Meldung an security@clarios.app. Wir verpflichten uns zu:

  • Bestätigung des Eingangs binnen 2 Werktagen.
  • Erster Bewertung binnen 5 Werktagen.
  • Update zum Fortschritt mindestens alle 14 Tage bis zur Klärung.
  • Keine rechtlichen Schritte gegen Security-Researcher, die sich an Responsible-Disclosure-Standards halten (Nutzung eigener Test-Tenants, keine Datenexfiltration, keine Beeinträchtigung anderer Kunden).

Wir haben aktuell kein formelles Bug-Bounty-Programm, aber bedanken uns für qualifizierte Meldungen mit einer angemessenen Anerkennung im Einzelfall.

Externe Aufsicht und Meldebehörden

Bei meldepflichtigen Vorfällen melden wir uns selbst an die zuständigen Behörden:

  • Datenschutzaufsicht: Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA), Promenade 27, 91522 Ansbach.
  • BSI als NIS2-Aufsicht: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, meldestelle@bsi.bund.de, Meldung über das BSI-Portal.

Diese Meldungen erfolgen unabhängig von den Meldungen an Sie als Kunde, betreffen aber typischerweise denselben Vorfall. Wir koordinieren beide Wege, sodass Sie wissen, welche Informationen die Behörde hat.